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Rubrik: Luftschutz Translation: English French Spanish Italian Dutch Danish Polish Russian
Luftschutz in Bremen - Luftschutzbunker - Anmerkungen
 Einleitung: 
Auf dieser Seite werden aus der großen Anzahl bremischer Luftschutzbunker einzelne herausgegriffen und Besonderheiten dargestellt.
Allgemeines über diese Bunkertypen ist auf dieser Seite zu lesen: Luftschutzbunker.

Einen Überblick über das Thema Luftschutz in Bremen bietet die Themenseite.

 Weiterführendes: 
Ein Link auf das Angebot von Google Maps, um die folgenden Straßenangaben nachvollziehen zu können:
Google Maps

Fotos:

Schild
Schild im Bunker Holsteiner Straße mit drastischen Worten:
Bunker frei für Schaffende!
Kinder gehören nicht in den Bunker!
Gebt sie zur Kinderlandverschickung!

Bereich Bremen-Stadt
Admiralstraße Findorff - Hochbunker Admiralstraße:
Der Luftschutzbunker Admiralstraße trägt an seiner Straßenfront eine Bemalung, die 1984 zum Gedenken an die Gegner und Opfer des Faschismus geschaffen wurde. Am Sockel und an den Flanken der Wand sind Namen von bremischen Widerstandskämpfern und aus rassischen und politischen Gründen Verfolgter aufgeführt.
Am Ende der Admiralstraße befand sich bis 1986 das Gebäude der früheren Auswandererhallen, in dem bereits im Frühjahr 1933 eines der ersten deutschen Konzentrationslager, das KZ Mißler, eingerichtet wurde.
 
Neukirchstraße Findorff - Hochbunker Neukirchstraße:
Bereits in früheren Jahren wurden von den Behörden in mehreren Luftschutzbunkern Räumlichkeiten als Proberäume an Musiker vermietet. Dafür sind seinerzeit in den Bauten keine Veränderungen vorgenommen worden.
Einen neuen Ansatz verfolgten die Architekten Mielke und Freudenberg beim mittleren der drei Bunker in der Neukirchstraße. Es wurden Öffnungen in die Außenwände geschnitten, um Fluchtwege zu schaffen. Außerdem hat man im Inneren eine Sanierung durchgeführt. Danach konnte die gewerbliche Vermietung des Bunkers an Musiker beginnen. Details zum Objekt sind auf einer Seite Internet zu finden: http://www.bunkerproben.de.
 
Zwickauer Straße Findorff - Hochbunker Zwickauer Straße:
Das "Sofortprogramm" zum Bau vermeintlich bombensicherer Luftschutzbunker wurde in Bremen am 6. November 1940 mit diesem Bunker begonnen. Es ist somit das älteste Bauwerk seiner Art in der Hansestadt. In dieser frühen Phase waren die Standardwerte für Wandstärke 1,10 m und Deckenstärke 1,40 m.
 
Auf den Heuen
 
Risse
 
Spitze
 
Gröpelingen - Rundbunker 'Auf den Heuen':
Bei diesem Bau handelt es sich um den einzigen öffentlichen Rundbunker in Bremen. Das Gebäude ist sechs Geschosse hoch. Das Dach wurde mit einer konisch zulaufenden Abschlußdecke versehen. Der Grundriß zeigt einen kreisrunden Querschnitt. Den Zugang zum Bunker ermöglichten zwei Vorbauten mit je zwei Türen.
Der Innenraum des Objektes wurde von den Alliierten nach Ende des II. Weltkrieges gesprengt. An der Außenseite zeugen heute diverse Risse von der Wucht der Explosionen. Für die Standfestigkeit des Bauwerkes hatte dies keine Auswirkungen. Später wurden alle Zugänge massiv verschlossen.
 
Auf der Muggenburg
 
Schäden
 
Häfen - Hochbunker 'Auf der Muggenburg':
Dieser Hochbunker weist als einer der letzten noch heute viele Schadstellen durch Bombensplitter auf. Andernorts wurden diese meist ausgebessert, insbesondere bei Luftschutzbunkern, die während des Kalten Krieges für Zivilschutzzwecke hergerichtet worden sind.
Der Bunker kam zwischen 2008 und 2010 in die Schlagzeilen. In ihm sollte ein Depot für wertvolle Rohstoffen wie Edelmetalle betrieben werden. In dem Zusammenhang sollte die komplette Fassade verkleidet werden. Dazu kam es jedoch nicht, der Betreiber ging in Insolvenz.
 
Föhrenstraße Hemelingen - Hochbunker Föhrenstraße:
Schon kurz nach dem II. Weltkrieg wurden diverse bremische Bunker durch Entfestigung in eine zivile Nutzung überführt. Der Bunker Föhrenstraße ist dafür ein Beispiel. Er weist zahlreiche in die Außenwand gesprengte Fensteröffnungen auf.
Ein Ladengeschäft im Erdgeschoß ist zuletzt von einer Zoo-Fachhandlung genutzt worden. Das Bild links zeigt die entsprechende Beschriftung an der Außenfassade. Damit wurde in der Stadt für das Objekt die Bezeichnung "Zoo-Bunker" gebräuchlich. Inzwischen wurde das Geschäft aufgegeben und die Schrift weitgehend entfernt.
 
Bahnhofsplatz
 
Zugang
 
Mitte - Tiefbunker Bahnhofsplatz:
Als Beispiel für Tiefbunker wird hier der Bunker unter dem heutigen Busbahnhof vor dem Bremer Hauptbahnhof vorgestellt. Da im innerstädtischen Gebiet freie Bauflächen kaum zur Verfügung standen, mußten Luftschutzanlagen hier unterirdisch unter öffentlichen Plätzen gebaut werden.
Den Hauptzugang bildet eine große befahrbare Rampe, die unterirdischen Räumlichkeiten dienen als Parkgarage für Behördenfahrzeuge. Das untere Bild zeigt im Pflaster den Umriß eines weiteren Zugangs, der hydraulisch herausgefahren werden kann.
 
Hauptbahnhof
 
Lloyd-Tunnel
Mitte - Tiefbunker Hauptbahnhof:
Die Verkehrsanlagen der Eisenbahn waren im II. Weltkrieg ein bevorzugtes Ziel bei Bombardierungen. Um Reisende bei Alarm schnell in Sicherheit bringen zu können, errichtete die Reichsbahn in oder bei großen Bahnhöfen eigene Luftschutzbunker.
Im Bremer Hauptbahnhof entstand ein Tiefbunker an der hinteren Seite des Bahnhofes. Von außen kaum erkennbar, erstreckt er sich vom Personentunnel der Bahnsteig-Zugänge bis zum Lloyd-Tunnel - im II. Weltkrieg war das der Bahnsteig-Zugang für Wehrmachtsangehörige.
Das obere Bild zeigt die westliche Eingangstür, sie befindet sich heute in einem Buchladen. Im unteren Bild ist der Zugang vom Lloyd-Tunnel zu sehen, inzwischen wurde der Tunnel jedoch zugemauert.
 
Am Neustadtsbahnhof
 
Treppe  zum Untergeschoß
 
Zugangs
 
Neustadt - Hochbunker 'Am Neustadtsbahnhof':
Einzige Luftschutzanlage Bremens ohne Abschlußdecke war dieser Bunker unmittelbar neben dem Bahnhof Bremen-Neustadt. Das Bauvorhaben wurde während des II. Weltkrieges eingestellt und nie vollendet.
Bei der Sicht von oben ist zu erkennen, daß die gesamte Decke fehlt. Dadurch kann ein Blick auf die Struktur des Innenraums geworfen werden. Oberirdisch ist nur ein Geschoß zu erkennen, darunter befindet sich eine weitere Ebene. Auf dem mittleren Bild ist eine Treppe zum unteren Geschoß erkennbar. Die Planungen sahen seinerzeit insgesamt sieben Geschosse für das Bauwerk vor.
Die Ruine wurde im Frühjahr 2016 abgerissen.
Friedrich-Ebert-Straße Neustadt - Hochbunker Friedrich-Ebert-Straße:
Eine interessante Überbauung zeigt dieser Bunker an der Friedrich-Ebert-Straße. Ein Hochhaus wurde neben und über dem Luftschutzbau errichtet, ohne daß dieser als tragendes Element mit eingebunden ist. Durch die Distanz zum Hochhaus blieb zumindest die theoretische Option erhalten, den Bunker in späteren Zeiten abzutragen.
 
Hardenbergstraße Neustadt - Hochbunker Hardenbergstraße:
Dieser Bunker ist einer von vier Türmen, welche mit elf Geschossen die höchsten Luftschutzanlagen in Bremen sind. Durch diese Höhe überragten sie weithin alle umgebenden Gebäude um das Zwei- bis Dreifache! Trotzdem wurde versucht die auffälligen Objekte zu tarnen. So hatte man z.B. den Bunker Moselstraße zu Kriegszeiten mit der Silhouette brennender Häuserruinen bemalt.
In der obersten Ebene sind Arkaden für die Luftraumbeobachtung vorhanden. Die anderen Bunker dieses Typs befinden sich: Gröpelingen - Scharmbecker Straße, Häfen - 'Auf der Muggenburg' sowie Neustadt - Moselstraße.
 
Kornstraße Neustadt - Hochbunker Kornstraße:
Der Luftschutzbunker Kornstraße ist ein Beispiel für den höchsten erreichten Stand des Schutzwertes. Die Wände waren 2,00 m stark und die Abschlußdecke enorme 2,50 m. Das entspricht nahezu einer Verdoppelung gegenüber den Bunkern aus der ersten Bauphase.
 
Osterdeich
 
Deichseite
 
Östliche Vorstadt - Hochbunker Osterdeich:
Bei diesem Hochbunker nutzte man teilweise die Deckung des Weserdeiches aus. Die Rückfront ist bis fast zur Abschlußdecke von den Erdmassen des Deichs geschützt gewesen. An der Vorderseite war das Fundament abgeschrägt, um die Stabilität der Deich/Bunker-Kombination zu gewährleisten.
Dieser Luftschutzbunker wurde im Jahr 2005 abgerissen um Platz für ein neues Autohaus zu schaffen.
 
Treseburger Straße Östliche Vorstadt - Hochbunker Treseburger Straße:
Eine ungewöhnliche Verwendung erfuhr der Luftschutzbunker am Osterdeich, Ecke Treseburger Straße. Eine Tankstelle nutzt das Gebäude. Auf dem Vorplatz stehen die Zapfsäulen. In dem entfestigten Bauwerk sind die Kasse mit Shop, Betriebsräume und sogar die Waschstraße integriert.
 
Am Dobben Östliche Vorstadt - Hochbunker 'Am Dobben':
Der Bunker am Dobben hat eine besondere Beziehung zum bremischen Staatsarchiv. Die Behörde hatte im II. Weltkrieg ihr bisheriges Domizil durch Bombardierung verloren. So nutzte man bereits ab 1945 die Rutenberg-Villa am Dobben mit dem dahinter liegenden Luftschutzbunker als vorläufigen Dienstsitz. Im Bunker wurden bald mehrere Fensterdurchbrüche geschaffen. 1967/68 konnte das Staatsarchiv in einen Neubau am Präsident-Kennedy-Platz umziehen.
Der Bunker wurde danach zu einem modernen Schutzraum ausgebaut. Dazu sind unter anderem die Fensterdurchbrüche wieder massiv verschlossen worden.
Aufgrund von Platzmangel im Staatsarchiv zog man den Bunker ab 1994 erneut als Lagerraum für Dokumente heran. Eine erneute Entfestigung ist aber nicht geplant; langfristig soll am Staatsarchiv ein neues Magazin errichtet werden.
 
Berliner Straße Östliche Vorstadt - Hochbunker Berliner Straße:
Der Luftschutzbunker in der Berliner Straße ist nach seiner Entfestigung zu einem Kultur- und Veranstaltungszentrum ausgebaut worden. Über die darin stattfindenden Programme wird im Internet informiert: http://www.kultur-im-bunker.de
 
Brokstraße
 
Trennfuge
Östliche Vorstadt - Hochbunker Brokstraße:
In den offiziellen Listen werden an der Brokstraße zwei Luftschutzbunker genannt. Vor Ort fand man jedoch nur ein Bauwerk. Des Rätsels Lösung: Es handelte sich um zwei Bunker, die unmittelbar aneinander anschlossen.
Beim Ankauf der Gesamtfläche kam es seinerzeit zu Verzögerungen. Daher wurde zunächst mit dem Bau der östlichen Hälfte begonnen. Dieser Teil verfügte über die üblichen zwei Zugänge. Mit der westlichen Hälfte konnte neun Monate später angefangen werden. Sie erhielt nur einen Zugang von außen. Im Untergeschoß schuf man eine Verbindung zwischen den beiden Bauteilen, über den der zweite Zugang der ersten Hälfte mit genutzt werden konnte.
Der Komplex wurde im Sommer 2014 abgerissen.
 
Lessingstraße Östliche Vorstadt - Hochbunker Lessingstraße:
Ein weiterer Bunker mit kultureller Nutzung steht in der Lessingstraße. Er ist eine Spielstätte des Kinder- und Jugendtheaters "THEATER 62 BREMEN e.V.". Der Verein nutzt den Luftschutzbunker seit April 2005. Das Theater informiert im Internet: http://www.theater62bremen.de
 
Benquestraße Schwachhausen - Hochbunker Parkallee / Benquestraße:
Im Bürgerpark stehen zwei Luftschutzbunker, die für die Öffentlichkeit zumindest in der zweiten Hälfte des II. Weltkrieges nur noch sehr eingeschränkt zur Verfügung standen.
Der Bunker B31 steht gegenüber der Einmündung der Benquestraße in die Parkallee. In ihn zogen zum Schutz vor Luftangriffen die Wehrmachtskommandantur und weitere militärische Dienststellen ein.
 
Bulthauptstraße Schwachhausen - Hochbunker Parkallee / Bulthauptstraße:
Der Bunker B32 steht im Bürgerpark gegenüber der Einmündung der Bulthauptstraße in die Parkallee. Er trug allgemein die Bezeichnung "Regierungsbunker". Hier hatten die NS-Kreisleitung, der Bürgermeister und der Polizeipräsident Räumlichkeiten für sich beansprucht.
Bei der Einnahme Bremens durch die Briten ergab sich in diesem Bunker am 26. April 1945 der abgesetzte Kampfkommandant der Stadt, Generalmajor Siber, mit seinem Stab. Er ist in seiner Funktion bereits am 5. April 1945 durch Generalleutnant Becker abgelöst worden.
 
Grenzstraße

Dach-Konstruktion

Schornstein
Walle - Hochbunker Grenzstraße:
Auf diversen Hochbunkern in Bremen ist ein aufgesetztes Dach aus Stahlbeton zu finden. Dieses Merkmal erfüllte mehrere Zwecke. Zum einen erhöhten die Betonelemente den Schutz des Bauwerkes. Wurde eine Bombe beim Einschlag in das Dach gezündet, konnte die Explosionsenergie durch die Aussparungen entweichen. Damit hielt man die Zerstörungskraft vom eigentlichen Schutzbau ab.
Ein weiterer Effekt war die Tarnung der Luftschutzbunker. Nach Fertigstellung der Bauten wurden die Dächer regulär mit Schindeln eingedeckt. So entstand der Eindruck eines normalen Wohnhauses.
Während des Krieges kam es öfter vor, daß die Dachschindeln durch den Luftdruck von Bombenexplosionen fortgerissen wurden. Auch in diesen Fällen blieb ein Tarneffekt erhalten, die Bauten wirkten nun wie Häuserruinen - wieder ähnlich der umgebenden Wohnhäuser.
 
Woltmershauser Straße
 
Woltmershausen - Hochbunker Woltmershauser Straße:
Die Fassaden zahlreicher Luftschutzbunker in Bremen wurden bereits in den 1970er und 1980er Jahren bemalt. Ein besonders auffälliges Beispiel dafür ist dieser Bunker an der Woltmershauser Straße. Das Gemälde trägt den Titel "Der alles sprengende Lauf des Geldes" und wurde 1978 vom Künstler Jimmi D. Päsler geschaffen.
 
Bereich Bremen-Nord
Burgdammer Ring Burglesum - Hochbunker Burgdammer Ring:
Im Bereich von Bremen-Nord ist nur ein einziger Hochbunker realisiert worden. Vier weitere kamen über das Planungsstadium nicht hinaus. Von Seiten der Bevölkerung wurde diese Benachteiligung stets bemängelt. Die Bauweise in diesen Stadtteilen war zwar aufgelockerter, als im Stadtgebiet von Bremen. Eine akute Bedrohung war jedoch stets vorhanden. Schließlich befand sich hier bedeutende Industrie entlang der Weser, darunter die große Werft "Bremer Vulkan".
Geldmittel und Material für Hochbunker wurde jedoch immer wieder gekürzt. Als Ausgleich sind dafür mehrere Luftschutzstollen in die Hänge an Weser und Lesum getrieben worden.
 
Quellenangabe:
- Michael Foedrowitz: Bunkerwelten
- After the Battle / Karel Margry: The Capture of Bremen
- Staatsarchiv Bremen
- G. Höns
- http://www.fotos-bilder.de/Bremen/bunker/bunker.htm
 
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