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Rubrik: Flugplätze Translation: English French Spanish Italian Dutch Danish Polish Russian
Der Einsatzhafen Brockzetel
 Bis 1945: 
Rund 11 Kilometer östlich von Aurich liegt das Gelände des Flugplatzes Brockzetel. Mit dem Bau der Anlage wurde 1941 begonnen, es sollte ein Einsatzhafen entstehen. Allerdings waren die Bodenverhältnisse in der Gegend sehr schwierig, rundum liegen ausgedehnte Moor- und Feuchtgebiete. So nahm der Flugplatz nur sehr langsam Gestalt an. Die Luftwaffe hatte dem Bau nunmehr eine geringe Priorität eingeräumt. Das Vorhaben konnte bis zum Kriegsende nicht mehr vollendet werden.
Es wurde ein großes Flugfeld mit Grasnarbe angelegt. In der Südostecke des Areals entstand der Administrationsbereich mit mehreren Gebäuden, darunter auch große Lagerhäuser. Eine Kraftstoffanlage mit Unterbodentank wurde eingerichtet. Ebenso ein Munitionsdepot mit Lagerbunkern.
In der zweiten Hälfte des Krieges ist das Gelände als Ausweichplatz für den Fliegerhorst Wittmundhafen auserkoren worden. Dazu wurde in Brockzetel mit dem Bau einer betonierten Startbahn begonnen. Ebenso begann man mit der Errichtung eines befestigten Rollweges zum etwa 7 km entfernten Wittmundhafen. Diese Aktivitäten wurden schließlich im Jahre 1944 wieder eingestellt.
So kam es vermutlich nie zu einer Belegung des Platzes mit fliegenden Verbänden.
Südöstlich vor dem Flugplatzgelände wurde ein RAD-Lager für die Bauarbeiter angelegt. Am Westrand entstand ein weiteres Barackenlager. Hier waren zeitweilig italienische Kriegsgefangene, später niederländische Strafgefangene einquartiert.

 Ab 1945: 
Nach dem Kriegsende folgte bald die Demontage der vorhandenen Einrichtungen. Vorhandene Munition wurde ausgelagert und die Lagerbunker gesprengt. Danach ging das Areal in land- und forstwirtschaftliche Nutzung über. Die vorhandenen Gebäude konnten größtenteils als Wohnraum verwendet werden.
Die britische Royal Air Force richtete in den 1950er Jahren im östlichen Bereich eine Radarstellung ein. Hier wurde in einer ausgedehnten Bunkeranlage das Control & Reporting Center (CRC) Brockzetel betrieben. In der gleichen Anlage kam auch das übergeordnete Sector Operating Center (SOC) 1 unter. Aufgabe war die Luftraumüberwachung und Führung der Luftverteidigungskräfte im nördlichen Niedersachsen.
Nach Aufstellung der Bundeswehr ist das Gelände in Brockzetel von dieser verschiedentlich genutzt worden. Am 1. Dezember 1960 übernahm die Flugmeldeabteilung 342 die Radarstellung, ab 1962 lautete deren Verbandsbezeichnung I./FmRgt 34. Der Betrieb des CRC und des SOC lief aber weiterhin unter NATO-Kommando.
Die restliche Liegenschaft ist als Standortübungsplatz von den Garnisonen Aurich und Wittmund genutzt worden. Dazu errichtete man am Westrand eine Standortschießanlage.

 Zustand: 
Das Areal steht bis heute in militärischer Nutzung. Radarstellung, StOÜbPl und Schießstand werden weiterhin betrieben. Zusätzlich hat sich ein Luftsportverein auf einem Teil des Feldes angesiedelt. Verschiedene Bauten im Südosten sind erhalten. An das Arbeitslager im Westen erinnert ein Gedenkstein.

 Zugang: 
Das Gelände ist zugänglich, natürlich mit Ausnahme der Militärflächen und Privatgrundstücke.
Blick aus der Vogelperspektive mit Google Maps:
Google Maps

Fotos:

Torgebäude
Das ehemalige Torgebäude

Gebäude
Historisches Gebäude mittlerer Größe

Lagerhaus
Ein großes Lagerhaus

Flugfeld
Blick über das Flugfeld, heute von Segelfliegern genutzt.

Splitterschutzbox
Diese Splitterschutzbox ist vermutlich nach dem Krieg errichtet worden

Gedenkstein
Gedenkstein für das Arbeiterlager

 
Dunkelgrau: die begonnene Startbahn mit dem Rollweg Richtung Wittmundhafen, nicht mehr vorhanden
Karte
Maßstab
 
Quellenangabe:
- Niedersächsisches Umweltministerium: Gefährdungsabschätzung von Rüstungsaltlasten in Niedersachsen
- Karl Ries, Wolfgang Dierich: Fliegerhorste und Einsatzhäfen der Luftwaffe
- Standortbroschüre: Dein Standort Aurich, 1985
- Bernhard Weiss: http://www.fliegerhorste.de/wittmund.htm
- Archiv N. Giese
 
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