Relikte.com
Zur StartseiteInfo über dieses WebÜbersicht der LiegenschaftenRelikte durchsuchenLiteratur-DatenbankHyperlink-DatenbankKontakt zum Webmaster
Rubrik: Verbände Translation: English French Spanish Italian Dutch Danish Polish Russian
Die Landstreitkräfte in Niedersachsen
Aus Darstellungsgründen werden auf dieser Seite viele militärische Abkürzungen verwendet. Eine Erklärung erscheint, wenn man mit dem Mauszeiger auf eine dieser Abkürzungen weist.

 Relikte des Kalten Krieges: 
Die Norddeutsche Tiefebene wurde aufgrund ihrer geographischen Beschaffenheit oft als "Panzerschlachtfeld" bezeichnet. Tatsächlich allerdings sorgten die hier anzutreffende Zersiedelung, viele Waldgebiete und zahlreiche Gewässerhindernisse dafür, daß ein Angriff nicht ungebremst hätte vorankommen können. Darüber hinaus stationierte die NATO während des Kalten Krieges in diesem Gebiet sehr kampfstarke Verbände.

NATO Die Spitzengliederung:
Der größte Teil Niedersachsens war als Verteidigungsgebiet der Armeegruppe NORTHAG (Mönchengladbach) eingeplant. Am Südrand des Landes, auf Höhe von Hann. Münden, begann der Abschnitt der Armeegruppe CENTAG (Mannheim). Beide Gruppen standen unter dem Kommando der AFCENT (Brunssum/Niederlande). Nördlich der Elbe begann das Gebiet der Armeegruppe BALTAP (Karup/Dänemark), welche dem Kommando AFNORTH (Kolsaas/Norwegen) unterstand.

Die Armeegruppe NORTHAG bestand aus fünf Korps ebenso vieler NATO-Mitgliedsstaaten. Deutschland stellte das I. Korps (Münster), Großbritannien deren I. Korps (Bielefeld), Niederlande deren I. Korps (Apeldoorn/NL) und Belgien deren I. Korps (Köln-Weiden) sowie die USA das III. Korps (Fort Hood/USA).
Das US-Korps war als strategische Reserve vorgesehen, die anderen Korps hatten fest zugeteilte Verteidigungsabschnitte, sie sind in der Karte unten ersichtlich.

Zur Verdeutlichung, wie weit auch die ausgebaute Infrastruktur zur Versorgung der Truppe auf die geographische Zuteilung der Verteidigungsabschnitte ausgerichtet war, sind diese Seiten interessant: Korpsdepots in Niedersachsen und NATO-Pipeline in Niedersachsen.

Die Anzahl der Truppen, deren Garnisonen und die Unterstellungsverhältnisse waren bei allen Armeen immer wieder Änderungen unterworfen. Im Folgenden werden die Strukturen bezogen auf die zweite Hälfte der 1980er Jahre dargestellt. Der Übersichtlichkeit halber werden nur Bataillone der Kampftruppen aufgelistet, sowohl die aktiven als auch die mobilmachungsabhängigen Verbände. Es folgt die Aufschlüsselung der beteiligten Korps.

Deutschland Bundeswehr - Feldheer:
Die Bundeswehr stattete die Mehrzahl der norddeutschen Heeresverbände mit den jeweils modernsten Waffen und Geräten aus. Nach dem Konzept der Vorneverteidigung, um für den Fall einer sehr kurzen Vorwarnzeit gewappnet zu sein, verfügte jede Division des Heeres über eine vorgeschoben östlich stationierte Brigade mit höherem Bereitschaftsstand. In Niedersachsen waren folgende Divisionen disloziert:

Weiterhin gehörte zum I. Korps die 7. Panzerdivision, deren Kampfverbände sämtlich in Nordrhein-Westfalen lagen:

Als flexible Einsatztruppe war dem Korps die Luftlandebrigade 27 in Lippstadt zugeordnet. Sie verfügte über Kampfbataillone im nordrhein-westfälischen Iserlohn: FschjgBtl 271 & 273 & 274 und im niedersächsischen Wildeshausen: FschjgBtl 272.

Am Südrand von Niedersachsen begann der Bereich der CENTAG. Der hier liegende Verteidigungsabschnitt war dem III. Korps der Bundeswehr aus Koblenz zugeteilt. Von dessen 2. Panzergrenadierdivision aus Kassel war die PzGrenBrig 4 in Göttingen stationiert; mit Kampfbataillonen in Göttingen: PzGrenBtl 41 & 43, PzBtl 44 und im hessischen Kassel: PzGrenBtl 42.

Großbritannien British Army:
Die zweitgrößte Gruppe an Streitkräften in Niedersachsen stellte die British Army of the Rhine. Bemerkenswert ist, daß die Briten stets den größten Teil ihrer präsenten Landstreitkräfte in Deutschland stationiert hatten. Die geographische Ausdehnung ist in weiten Teilen aus der Zeit der Britischen Besatzungszone nach dem II. Weltkrieg hervorgegangen. In Niedersachsen waren vorhanden:

  • 1st Armoured Division in Verden;
    mit Aufklärungsbataillon in Wolfenbüttel: 9th/12th Royal Lancers (RAC); sowie den Brigaden:
    • 7th Arm Bde in Soltau;
      Kampfbataillone in Fallingbostel: Royal Hussars (RAC) & 2nd Royal Tank Regiment (RAC), 1st Bn Staffordshire Regiment (RoF)
    • 12th Arm Bde in Osnabrück;
      Kampfbataillone in Osnabrück: 4th Royal Tank Regiment (RAC), 1st Bn Royal Irish Rangers (RoF) & 1st Bn Green Howards (RoF)
    • 22nd Arm Bde in Bergen-Hohne;
      Kampfbataillone in Hildesheim: 1st Royal Tank Regiment (RAC); Bergen-Hohne: The Queen's Own Hussars (RAC), 1st Bn Welsh Guards (RoG) und Celle: 3rd Bn Royal Green Jackets (RoF)

Der größere Teil des Korps war in Nordrhein-Westfalen beheimatet:

  • 3rd Armoured Division in Soest;
    mit Aufklärungsbataillon in Wimbish/GB: 1st The Queen's Dragoon Guards (RAC); sowie den Brigaden:
    • 4th Arm Bde in Münster;
      Kampfbataillone in Münster: The Queen's Royal Irish Hussars (RAC) & 17th/21st Lancers (RAC), 1st Bn Irish Guards (RoG)
    • 6th Air Mob Bde in Soest;
      Kampfbataillone in Hemer: 1st Bn Gordon Highlanders (RoF), 2nd Bn Light Infantry (RoF)
    • 33nd Arm Bde in Paderborn;
      Kampfbataillone in Sennelager: Royal Scots Dragoon Guards (RAC), Paderborn: 1st Bn Queen's Lancashire Regiment (RoF) und Werl: 1st Bn Royal Scots (RoF)
       
  • 4th Armoured Division in Herford;
    mit Aufklärungsbataillon in Herford: 13th/18th Royal Hussars (RAC); sowie den Brigaden:
    • 11th Arm Bde in Minden;
      Kampfbataillone in Paderborn: 5th Royal Inniskilling Dragoon Guards (RAC) und Minden: 3rd Bn Royal Anglian Regiment (RoF) & 2nd Bn Queen's Regiment (RoF)
    • 20th Arm Bde in Detmold;
      Kampfbataillone in Detmold: Blues and Royals (HC), 4th/7th Royal Dragoon Guards (RAC) und Lemgo: 1st Bn Royal Regiment of Wales (RoF)
    • 19th Inf Bde in Colchester/GB;
      Kampfbataillone in Colchester/GB: 1st Bn King's Own Scottish Borderers (RoF) & 2nd Royal Anglian Regiment (RoF) & 1st Bn Argyll and Sutherland Highlanders (RoF)

Niederlande Koninklijke Landmacht:
Von der Niederländische Armee waren vergleichsweise nur wenige Einheiten in Deutschland stationiert. Aus Kostengründen lehnte deren Regierung stets die Verlegung weiterer Truppen in das eingeplante Einsatzgebiet ab. Somit galt die Niederländische Armee als die für die Vorneverteidigung am ungünstigsten dislozierte Truppe in der NORTHAG.
Um diese Schwäche auszugleichen, stand in Lüneburg die PzBrig 8 der Bundeswehr bereit. Sie sollte als vorgeschobene Brigade in der ersten Phase im Abschnitt des I. Niederländischen Korps die Verteidigung aufnehmen, bis weitere Kräfte aus den Niederlanden eingetroffen wären.

Nur einige Teile der niederländischen 4. Division waren in Niedersachsen stationiert:

Zwei weitere Divisionen sind ausschließlich in deren Heimatland disloziert gewesen:

Als flexible Einsatztruppe war dem Korps die 101 Infanteriebrigade in Den Dungen/NL zugeordnet. Sie verfügte über Kampfbataillone in Ermelo/NL: 102 Painfbat; ?/NL: 132 Painfbat; Assen/NL: 142 Infbat; ?/NL: 143 Infbat. Dazu kommt ein weiteres Aufklärungsbataillon in 't-Harde/NL: 105 Verkbat.

Belgien Belgische Landmacht / Force Terrestre Belges:
Die Belgische Armee dagegen hatte zahlreiche Garnisonen in Deutschland. Die Masse der Verbände ist in Nordrhein-Westfalen und Nordhessen stationiert gewesen. In Niedersachsen waren keine Streitkräfte vorhanden, lediglich zwei vorgeschobene Korpsdepots hatte man hier eingerichtet. In Deutschland lagen große Teile der 16. Division:

  • 16e Pantserdivisie/16ème Division Blindée in Neheim-Hüsten;
    mit den Brigaden:
    • 4e Pantserinfanteriebrigade (flämisch) in Soest;
      Kampfbataillone in Soest: 4e Lansiers (PzBtl), 1e Grenadiers (PzGrenBtl), 5e Linie (PzGrenBtl)
    • 17e Pantserbrigade/17ème Brigade Blindée (flämisch/wallonisch) in Siegen;
      Kampfbataillone in Siegen: 1er Guides (PzBtl), 2ème Carabiniers Cyclistes (PzGrenBtl); Altenrath: 2e Gidsen (PzBtl) und Spich: 1e Karabiniers Wielrijders (PzGrenBtl)
    • 10e Pantserinfanteriebrigade (flämisch) in Limberg/BE;
      Kampfbataillone in Limberg/BE: 8e Lansiers (PzBtl), 4e Linie (PzGrenBtl), 2e Karabiniers (PzGrenBtl)

Dazu kommt die in Belgien stationierte 1. Division:

  • 1e Infanteriedivisie/1re Division d'Infanterie in Verviers/BE;
    mit den Brigaden:
    • 1e Pantserinfanteriebrigade (flämisch) in Leopoldsburg/BE;
      Kampfbataillone in Leopoldsburg/BE: 2e Lansiers (PzBtl), Bataljon Bevrijding (PzGrenBtl), 1e Karabiniers Prins Boudewijn (PzGrenBtl)
    • 7ème Brigade d'Infanterie Blindée (wallonisch) in Marche-en-Famenne/BE;
      Kampfbataillone in Marche-en-Famenne/BE: 1er Lanciers (PzBtl), 1er Chasseurs Ardennais (PzGrenBtl) und Spa/BE: 12ème de Ligne (PzBtl)
    • 12ème Brigade d'Infanterie (wallonisch) in Liege/BE;
      Kampfbataillone in Bastogne/BE: 2ème Chasseurs Ardennais (PzGrenBtl) und Liege/BE 3ème Chasseurs à Pied (PzGrenBtl)

Bei den Korpstruppen waren weitere Kampfbataillone zu finden. Panzeraufklärer in Arolsen: 1e Jagers te Paard; Lüdenscheid: 2e Jagers te Paard und Arnsberg: 4ème Chasseurs à Cheval. Sowie ein zusätzliches Panzerbataillon in Spich: 3ème Lanciers.

USA US Army:
Traditionell hatten die USA große Mengen von Militär in deren früherer Besatzungszone in Süddeutschland beheimatet. Für lange Zeit war Bremerhaven einzige größere norddeutsche Garnison; dort lagen logistische Einheiten für die Versorgung der süddeutschen Standorte.
Abgesehen davon ist für den Verteidigungsfall das III. Korps aus Fort Hood (USA) als strategische Reserve der NORTHAG eingeplant gewesen. In diesem Zusammenhang wurde Mitte der 1970er Jahre eine neue US-Garnison am Rande des Truppenübungsplatzes Garlstedt geschaffen. Dort stationierte man eine Brigade der 2nd Armored Division. Gerät und Ausrüstung der weiteren Teile der Division waren in zwei großen POMCUS-Depots in Nordrhein-Westfalen eingelagert: Im South Park der Ayshire-Barracks in Mönchengladbach sowie im Depot Herongen. Im Folgenden die Aufgliederung dieser Division:

  • 2nd Armored Division - Fort Hood/USA;
    mit den Brigaden:
    • 1st Bde 2nd Armd Div;
      Kampfbataillone: 1st Bn 67th Armor, 3rd Bn 67th Armor und 3rd Bn 41st Infantry
    • 2nd Bde 2nd Armd Div;
      Kampfbataillone: 1st Bn 66th Armor, 2nd Bn 252nd Armor, 2nd Bn 41st Infantry, 4th Bn 41st Infantry
    • 3rd Bde 2nd Armd Div (Fwd) in Garlstedt (vorgeschoben);
      Kampfbataillone in Garlstedt: 2nd Bn 66th Armor, 3rd Bn 66th Armor, 1st Bn 41st Infantry
    • 4th Bde 2nd Armd Div (Aviation);
      Kampfbataillone: 1st Bn 3rd Attack Helicopter Battalion

Für zwei weitere Divisionen des III. US-Korps wurde das Gerät in den Niederlanden und Belgien verfügbar gehalten:

  • 1st Cavalry Division in Fort Hood/USA - das Gerät fast aller Teile der Division war in POMCUS-Depots in Belgien und in den Niederlanden eingelagert;
    mit den Brigaden:
    • 1st Bde 1st Cav Div;
      Kampfbataillone: 3rd Bn 32nd Armor, 2nd Bn 8th Cavalry, 2nd Bn 5th Cavalry, 3rd Bn 141st Infantry
    • 2nd Bde 1st Cav Div;
      Kampfbataillone: 1st Bn 32nd Armor, 1st Bn 8th Cavalry, 1st Bn 5th Cavalry
    • 155th Armd Bde Mississippi Army National Guard;
      Kampfbataillone: 1st Bn 198th Armor, 2nd Bn 198th Armor, 1st Bn 155th Infantry
    • 4th Bde 1st Cav Div (Aviation);
      Kampfbataillone: 1st Bn 227th Attack Helicopter Battalion
       
  • 5th Infantry Division (Mechanized) in Fort Polk/USA - das Gerät fast aller Teile der Division war in POMCUS-Depots in den Niederlanden eingelagert;
    mit den Brigaden:
    • 1st Bde 5th Inf Div;
      Kampfbataillone: 1st Bn 70th Armor, 3rd Bn 70th Armor, 1st Bn 61st Infantry
    • 2nd Bde 5th Inf Div;
      Kampfbataillone: 3rd Bn 77th Armor, 1st Bn 152th Armor, 3rd Bn 6th Infantry, 4th Bn 6th Infantry
    • 256th Inf Bde Mech Louisiana Army National Guard;
      Kampfbataillone: 1st Bn 156th Armor, 2nd Bn 156th Infantry, 3rd Bn 156th Infantry
    • 4th Bde 5th Inf Div (Aviation);
      Kampfbataillone: 1st Bn 5th Attack Helicopter Battalion

Außerdem war als Korpstruppe das Aufklärungsregiment 3rd Armored Cavalry Regiment aus Fort Bliss/USA unterstellt. Deren Gerät ist in einem POMCUS-Depot in Nordrhein-Westfalen eingelagert gewesen.

NATO Taktik:
Es sollen an dieser Stelle nur ein paar Grundzüge der taktischen Vorgehensweise dargestellt werden.
Die Korps der NORTHAG bestanden überwiegend aus drei Divisionen. Davon sollten zwei unmittelbar an der Verteidigungslinie eingesetzt werden, die dritte Division lag als Reserve zur Ablösung dahinter.
Die Garnisonen der Bundeswehr verteilten sich über das gesamte Land. Daher wären diverse Teile in einem ersten Schritt in Abschnitte verlegt worden, die nicht dem eigentlichen Verteidigungsabschnitt des I. Deutschen Korps zugehörten.

Dazu als Beispiel das nördliche Gebiet Niedersachsens:
An der Verteidigungslinie im Abschnitt des I. Niederländischen Korps sollte in der nördlichen Hälfte deren 4. Division, in der südlichen die 1. Division eingesetzt werden. Da der Aufmarsch der Niederländer mehr Zeit beansprucht hätte, wäre vorab die ohnehin in diesem Gebiet stationierte 3. Panzerdivision der Bundeswehr an der Verteidigungslinie zusammengetreten.
Der südlich an die Niederländer angrenzende Verteidigungsabschnitt des I. Deutschen Korps wäre in der nördlichen Hälfte von der 11. PzGrenDiv und in der südlichen von der 1. PzDiv bezogen worden.
Nachdem die Niederländer in ausreichender Stärke in ihrem Verteidigungsraum eingetroffen wären, hätte die 3. PzDiv der Bundeswehr von dort in den deutschen Abschnitt verlegt, um hinter der 1. PzDiv und 11. PzGrenDiv als Reserve zu fungieren.

Der Vormarsch des Gegners sollte durch zahlreiche Hindernisse gebremst werden. Der Elbe-Seitenkanal ist ein Beispiel für eine besonders große und aufwendige Anlage, die in die Verteidigungspläne fest eingebunden war. Der wirtschaftliche Nutzen des Kanals stand ohnehin weit hinter dem militärischen zurück.
Der Kanal bildete die Aufmarschlinie der Verteidiger, für Gebiete östlich davon hätte man nicht nennenswert gekämpft. Alle weiteren Gewässer, Moore und sonstigen passenden Gegebenheiten sollten durch Sprengung von Brücken und Straßen zu wirksamen Hindernissen werden.

Deutschland Bundeswehr - Territorialheer:
Erwähnt werden müssen an dieser Stelle auch die Verbände des Territorialheeres der Bundeswehr. Diese Truppe blieb unter nationalem Oberbefehl und war nicht der NATO unterstellt. Grundsätzlich sollten diese Einheiten der Absicherung des rückwärtigen Raumes und der Sicherung der Versorgungswege dienen. Im Rahmen einer Landesverteidigung wären die Verbände je nach Lage aber auch mit vergleichbaren Aufgaben des Feldheeres betraut worden. Dafür waren sie teilweise mit gepanzerten Verbänden ausgerüstet. Die Masse der sogenannten Heimatschützer bestand aus Reservisten, man hätte sie erst im Krisenfall aktiviert.
Die regionalen Zuständigkeiten des Territorialheeres waren den politischen Grenzen angeglichen. Die Bundesländer Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen sind das Gebiet des Territorialkommandos Nord mit Sitz in Mönchengladbach gewesen. Die Ebene darunter waren die Wehrbereichskommandos, entsprechend den Bundesländern: WBK II in Hannover für Niedersachsen und Bremen, WBK III in Düsseldorf für Nordrhein-Westfalen.
Die niedersächsischen Kampfverbände des Territorialheeres:

  • Wehrbereichskommando II in Hannover;
    mit den Brigaden und Regimentern:
    • HSchBrig 52 in Lingen;
      Kampfbataillone in Northeim: JgBtl 521; Fürstenau: JgBtl 522; Lingen: PzBtl 523 und Wietmarschen-Lohne: PzBtl 524
    • HSchBrig 62 in Damme;
      Kampfbataillone in Damme: JgBtl 621; Meppen: JgBtl 622 und Wietmarschen-Lohne: PzBtl 623
    • HSchRgt 72 in Bremen-Huckelriede;
      Kampfbataillone in Emden: JgBtl 721; Bremen-Huckelriede: JgBtl 722 und Varel-Friedrichsfeld: JgBtl 723
    • HSchRgt 82 in Hasbergen-Gaste;
      Kampfbataillone in Hasbergen-Gaste: JgBtl 821 & 823 und Fürstenau: JgBtl 822

Alle Truppenteile führten in den Jahren des Kalten Krieges immer wieder Manöver durch, die als freilaufende Übungen nicht auf die Grenzen militärischer Übungsplätze eingeschränkt waren. Darüber berichtet die Seite NATO-Manöver in Niedersachsen.

 Hinweis: 
Diese Seiten berichten über Streitkräfte und Garnisonen der NATO-Partner:
British Army of the Rhine - BAOR Locations: http://www.baor-locations.org Englisch
Netherlands Armed Forces Order of Battle 1985: http://www.orbat85.nl Englisch
U.S. Army in Germany: http://www.usarmygermany.com Englisch
Fotos:
Die in den 1980er Jahren modernsten Kampfpanzer der in der NORTHAG vertretenen Nationen:

Leopard 2
Deutschland Deutschland - Kampfpanzer Leopard 2

Challenger 1
Großbritannien Großbritannien - Kampfpanzer Challenger 1

Leopard 2
Niederlande Niederlande - Kampfpanzer Leopard 2

Leopard 1
Belgien Belgien - Kampfpanzer Leopard 1

M1
USA USA - Kampfpanzer M1 Abrams
 
Die Verteidigungsabschnitte der NORTHAG-Korps und die niedersächsischen Garnisonen der Kampfbataillone.
Die Namen der Orte und dort stationierte Verbände werden angezeigt, wenn man mit dem Mauszeiger darauf weist. Stand: 1986.

Karte
 
Quellenangabe:
- Arbeitsgemeinschaft Truppendienst: Die Armee der NATO-Staaten
- Alfred Mechtersheimer, Peter Barth: Militarisierungsatlas
- Korpskommando I. Korps: 30 Jahre I. Korps 1956-1986
- Bundeswehr: diverse Standortbroschüren
- Heinrich Felix Beckmann: Schild und Schwert
- Johnson, Callahan: NATO Order Of Battle 1989
- Graham E. Watson, Richard A. Rinaldi: The British Army in Germany (BAOR and after)
- Ian. S. Hallows: Regiments and Corps of the British Army
- J. Hoffenaar, B. Schoenmaker: Met de blik naar het Oosten
- Tankograd 7007 - Peter Blume: Nederlandse Troepen
- Archiv J. Dreifke
- S. Kreutzkamp
 
Copyright: © by "Relikte in Niedersachsen und Bremen", siehe Seite "Info". Seitenanfang